Geprüfte Sicherheit - Augensicherheit
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Immer wieder wurde die - durchaus berechtigte - Sorge geäußert, daß die runde Bauform eine erhöhte Belastung des Augapfels mit sich bringen könne und damit das Risiko von Augenverletzungen berge.

Obwohl die Konstruktion von vorneherein so ausgelegt ist, daß dieses Risiko so gering wie möglich bleibt, hat es eine Zeit gedauert, bis ein nachvollziehbarer und realitätsnaher Test entwickelt werden konnte.
Auch hier zeigen die Ergebnisse in beeindruckender Weise die sicherheitstechnische Überlegenheit des IDV-Sicherheitspfeils gegenüber anderen, in der LARP-Szene verbreiteten Baumustern.
Technische Maßnahmen können jedoch NIEMALS ein Ersatz für verantwortungsbewußtes und rücksichtsvolles Verhalten jedes Einzelnen sein.
Wer seinen Bogen stärker als nötig auszieht, verschenkt wertvolle Sicherheitsreserven und nimmt fahrlässig zusätzliche Risiken in Kauf !

Ich hoffe, daß damit auch endlich die Diskussion beendet werden kann, ob nun flache oder runde Bauformen besser sind. Die Antwort lautet schlicht: "Weder noch. Es kommt immer auf das Zusammenspiel der gesamten Konstruktion an".
 

Im direkten Vergleich zum IDV-Pfeil geprüft  wurden folgende Modelle:

Pfeil 1: "Klassischer" Aufbau, wie er auch im Selbstbau verwendet wird. Ein stabiler Druckverteiler liegt hinter einer Gummiplatte.
Geklebter "Waffenschaum", Holzschaft

Pfeil 2: "Geschäumter" Aufbau. Wohl einer der am weitesten verbreiteten Modelle im LARP. Randzonenverdichteter Polyurethanschaum. GfK-Schaft

Beide Modelle werden im Handel angeboten und in Stückzahlen verkauft. Das Baujahr der vorliegenden Muster ist 2003 oder 2004.

Der Innenaufbau des IDV-Sicherheitspfeiles ist unter "Sicherheitskopf" ausführlich beschrieben

Der Versuchsaufbau und die Überlegungen dahinter

Der zu prüfende Pfeilkopf wird in eine Presse (hier eine Industrie-Tischbohrmaschine) eingespannt und auf ein Rohr (Außen 50 mm, Innendurchmesser 43 mm und damit etwa das maximale Maß einer menschlichen Augenhöhle) gepreßt, in dem sich ein Augapfelmodell (aus Plastellin/Modellin) befindet.

Die Knetgummikugel füllt das Rohr aus und schließt bündig mit der Oberkante des Rohres ab.

Da ein Beschuß einer solchen Anordnung nicht ohne weiteres möglich ist (Treffen kaum möglich), wird der Pfeilkopf statisch drei Mal für ca. 2 - 3 Sekunden auf das Rohr gedrückt; einmal genau mittig, zwei mal außermittig.

Das Maß, um wieviel das Augapfelmodell zusammengepreßt wird, kann als Anhalt für das Verletzungsrisiko genommen werden. Ab welcher Stauchung nun welche Verletzung eintritt, läßt sich kaum sagen, doch es ist leicht einsichtig, daß mit zunehmendem Eindringen des Pfeiles in die Augenhöhle das Risiko bleibender Schäden massiv zunimmt.

Die Meßuhr dient als einfache, behelfsmäßige Kraftmessung, da die Aufbiegung der Presse in etwa proportional zur aufgebrachten Kraft ist. Im vorliegenden Fall entsprechen 100 µm 250N Preßkraft und 200 µm dementsprechend 500N, was der Gewichtskraft eines ausgewachsenen 50 kg - Amboß entspricht.
Da keine Druckmeßdose zur Vefügung stand, konnten die tatsächlichen Kräfte nur recht ungenau bestimmt werden. Es ist aber sichergestellt, daß alle Pfeile unter genau gleichen Bedingungen geprüft wurden.

Die Pfeilköpfe werden jeweils mit 250 N und mit 500 N auf die simulierte Augenhöhle gepreßt.

Vergleichbare Kräfte sind auch bei Pfeiltreffern mit den üblichen Bogenzugstärken zu erwarten, wenn man die Impulsverteilung zwischen Kopf (der bei einem Treffer eine Ausweichbewegung vollführt) und Pfeil berücksichtigt.

Zur Auswertung wird die Deformation des Augapfelmodells gemessen.

Die Ergebnisse:
Es sei angemerkt, daß dieser statische Test manche Pfeile etwas kritischer erscheinen läßt, als sie bei dynamischen Tests abschneiden. Daher können die Ergebnisse nur eingeschränkt auf die Praxis übertragen werden. Es ist jedoch extrem unwahrscheinlich, daß ein Pfeil, der in diesem Test gut abschneidet, in dynamsichen Tests schlechtere Ergebnisse liefert.

IDV-Sicherheitspfeil mit 3 x 250N:
Stauchung ca. 7 mm

IDV-Sicherheitspfeil mit 3 x 500N:
Stauchung ca. 8 mm

Der IDV-Sicherheitspfeil verhält sich damit exakt so, wie in der Konstruktionsauslegung vorgesehen:
Der Schaft wird vom Druckverteiler aufgefangen und die Kraft elastisch auf die Augenhöhle abgestützt. Die Eindringtiefe nimmt selbst bei einer Verdopplung der aufgewendeten Kraft kaum noch zu; das Risiko einer Verletzung bleibt minimal.

Pfeil 1 mit 3 x 250N:
Stauchung ca. 8 - 9 mm

Pfeil 2 mit 3 x 250N:
Stauchung ca. 10 mm

Pfeil 1 mit 3 x 500N:
Stauchung ca. 12 mm
Annähernd planer Abdruck

Pfeil 2 mit 3 x 500N:
Stauchung ca. 15 - 16 mm
Stark konkaver (mittig vertiefter) Eindruck !

Ideen, Anregungen oder Kritik zum vorgeschlagenen Prüfverfahren ?
Ich freue mich auf eine sachliche und lehrreiche Diskussion.

Bezugsquellen für die IDV-Sicherheitspfeile finden Sie unter "Kontakte".